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Fachartikel


Hauterkrankungen in Nahrungsmittel verarbeitenden Betrieben

Hautsache


Hauterkrankungen in Nahrungsmittel verarbeitenden Betrieben
von Dr. Maren Müller | aus Akzente 5/2007

| Bild: Bild: Logo Hautschutzkampagne |
Erkrankungen der Haut sind der häufigste Grund für gesundheitliche Probleme in Nahrungsmittel verarbeitenden Betrieben. Sie machen dort etwa ein Drittel der Berufskrankheiten aus. Was sind die Ursachen beruflicher Hauterkrankungen und wie lassen sie sich vermeiden?

Zunächst ist die Haut an den Händen nur rau und gerötet. Später kommt es dann zu Bläschen in den Fingerzwischenräumen, die sehr unangenehm jucken ... Die Anzeichen für eine beginnende Hauterkrankung sind vielfältig. Auch Trockenheit, Einrisse, Rötung und Schwellungen der Haut, nässende Stellen und Krusten sind typische Symptome eines entstehenden Hautekzems – einer nicht ansteckenden Entzündung der Haut und der Unterhaut. Ekzeme treten in den meisten Fällen an den Händen, nicht selten auch an den Unter­armen auf. Sie können unterschiedliche Ursachen haben.

Meist Überlastung, selten Allergie
Man unterscheidet irritative und allergische Kontaktekzeme, die jeweils als akute oder chronische Ekzeme auftreten können. Die arbeitsbedingten Hauterkrankungen sind zu ca. 80 Prozent chronisch irritative Ekzeme, die auch als Abnutzungs- oder Überlastungsekzeme bzw. Abnutzungsdermatosen bezeichnet werden. Durch sich ständig wiederholende hautbelastende Tätigkeiten kommt es zur Abnutzung der Haut und Schädigung der Hautbarriere. Die natürliche Erneuerungsfähigkeit der Haut ist überfordert.
Das allergische Kontaktekzem tritt seltener auf. Nur ungefähr 20 Prozent der beruflichen Hauterkrankungen sind tatsächlich allergisch bedingt. Das allergische Kontakt­ekzem verläuft oft schwerer als das Abnutzungsekzem. Unter Umständen muss der Erkrankte die schädigende Tätigkeit aufgeben. Als ein Risikofaktor für die Entstehung eines allergischen Kontakt­ekzems gilt das oben genannte chronisch irritative Handekzem.
Eine nicht geringe Rolle bei der Entstehung eines Kontaktekzems der Hände spielen konstitutionelle Faktoren. Zu nennen ist hier die atopische Disposition, d. h. die angeborene Bereitschaft eines Menschen, Neurodermitis, Heuschnupfen oder ein allergisches Asthma bronchiale zu entwickeln.

Die Ursachen von Kontaktekzemen
Ursache für die Entstehung von Kontaktekzemen ist oft der direkte Kontakt der Haut mit einer von außen einwirkenden Substanz oder einem Substanzgemisch. Zu einer Hautbelastung der Beschäftigten
  • Hautkontakt mit Säuren und Laugen, mit Nahrungsmittelbestandteilen bzw. -proteinen wie zum Beispiel Früchten oder Fischeiweißen,
  • intensiven Kontakt mit Teigen und Massen, mit Backmitteln, Antioxydantien, Konservierungsstoffen, Lebensmittelfarbstoffen,
  • häufigen Kontakt der Haut mit Reinigungschemikalien,
  • die Verwendung mechanischer Hilfsmittel bei der Handreinigung,
  • extreme Temperaturbelastungen der Haut durch Hitze und Kälte.
Frühzeitig handeln
Leider kommt es häufig vor, dass die Betroffenen erste Anzeichen wie Hautrötung, -schuppung, Juckreiz oder Einrisse nicht beachten und erst dann zum Hautarzt gehen, wenn sie massive Beschwerden haben. Damit vergeben sie die Chance, die Entstehung einer Hauterkrankung noch rechtzeitig zu verhindern. Denn wer frühzeitig bei ersten Anzeichen mit der richtigen Hautreinigung und auf die Hautbelastungen abgestimmtem Hautschutz gegensteuert, kann Austrocknung und Rissigwerden der Haut, eine Schädigung der Hautbarriere, Hautreizungen, Infektionen der Haut und möglicherweise auch die Entstehung einer Kontaktallergie verhindern. Die Mehrzahl der von beruflichen Hauterkrankungen Betroffenen sind junge Menschen. Häufig treten schon während der Berufsausbildung oder kurz nach Aufnahme der beruflichen Tätigkeit erste Hauterkrankungserscheinungen auf.
Die BGN bietet Präventionsmaßnahmen zur Vermeidung berufsbedingter Hauterkrankungen (Berufsdermatosen) an. Dazu gehört u.a. die Ermittlung und Bewertung der Expositionsfaktoren, um auf dieser Grundlage gezielt Präventionsmaßnahmen, wie z.B. technische Veränderungen, Optimierung der Arbeitsorganisation und Hautschutzmaßnahmen, durchzuführen oder auch die Zusammenarbeit mit Haus- und Fachärzten einzuleiten.
Wenn es gelingt, durch eine frühzeitige Umsetzung sowohl individueller als auch gewerbespezifischer Präventionsmaßnahmen im Betrieb die hautschädigende Tätigkeit zu kontrollieren und einzudämmen und bereits bestehende berufsbedingte Hautveränderungen beim Beschäftigten zur Abheilung zu bringen, kann in den meisten Fällen ein Verbleib im Beruf realisiert werden.

BERUFLICHE HAUTPROBLEME
Die BGN hilft
BGN-Branchensprechstunden
Frühzeitig gegensteuern: Ermittlung der Ursachen arbeitsbedingter Hautprobleme und geeigneter Präventionsmaßnahmen. Termine nach
telefonischer Vereinbarung.
Dresden 0351 87727-0
Erfurt 0361 4391-4806
Hannover 0511 23560-5401
Kamen-Heeren 02307 92488-40
Mannheim 0621 4456-3638
München 089 89466-5820
Potsdam 0331 64958-43


BGN-Bezirksverwaltungen
Wenn eine bestehende Hauterkrankung bereits an die regional zu?ständige Bezirksverwaltung der BGN gemeldet wurde, dann sucht man dort in Zusammenarbeit mit der BGN-Prävention eine für den Betroffenen passende Lösung.


Auch gesunde Haut braucht kompetenten Hautschutz. Wenn die Haut der Beschäftigten durch äußere Einflüsse gefährdet ist, muss ­der Arbeitgeber einen ge­eigneten Hautschutz zur Verfügung stellen, den der Arbeitnehmer auch konsequent nut­zen muss.

Infos und Präventionsangebote der BGN unter:
www.machmit-­hautfit.de